DAS BILD AN DER WAND
Nomadenteppiche

19. März – 13. April 2012

Es gibt den Blick auf die Kunst, der profane Bilder außerhalb des eigenen Systems ignoriert. Die Vielzahl der Bilder, sowie die unzähligen Orte an denen sie gegenwärtig vorkommen (von den Massenmedien bis zum Kunstgewerbe), rufen heute einen neuen Bilderstreit hervor. Die Definitionsfrage erscheint jetzt komplexer und drängender als zuvor. Dass ein Teppich neben seiner Funktionalität auch Informationsträger bzw. Bild ist, muss man als Faktum anerkennen.Die abstrakten Formen eines Teppichs, der noch dazu an der Wand hängt, können im Sinne eines globalisierten Kunst- und Kulturtransfers auch unter dem Aspekt der abstrakten bzw. monochromen Malerei wahrgenommen werden. Es liegt somit, heute mehr denn je, im visuellen Bewusstsein des Publikums in welchem Kontext Visualität erlebt wird.

Günther Holler-Schuster

Noch vor siebzig bis hundert Jahren haben die architektur- und schriftlosen Nomaden umwerfende Kunstobjekte geknüpft, deren Muster und Motive, aber auch Proportionen und Farbe, eingebettet in Klima, Zeitepoche, Kultur und Religion, zum Teil lesbare Piktogramme entstehen ließen.Als Kultobjekte oder Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens waren diese Teppiche niemals dekorationsorientiert, oder gar dem Diktat des Marktes unterworfen. Einige dieser Arbeiten wecken die Erinnerung an Werke der Klassischen Moderne oder der zeitgenössischen Kunst und es stellt sich die spannende Frage, wieweit diese anonymen Kunstwerke berühmten Ölgemälden nachstehen.

Helmut Reinisch