{"id":2796,"date":"2014-03-20T17:20:20","date_gmt":"2014-03-20T15:20:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reinisch-graz.com\/exhibition\/we-saw-the-light-fabrizus%c2%b2-2\/"},"modified":"2014-12-05T15:45:06","modified_gmt":"2014-12-05T13:45:06","slug":"we-saw-the-light-fabrizus%c2%b2","status":"publish","type":"exhibition","link":"https:\/\/www.reinisch-graz.com\/en\/exhibition\/we-saw-the-light-fabrizus%c2%b2\/","title":{"rendered":"WE SAW THE LIGHT - Fabrizius\u00b2"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right; padding-left: 180px;\">6. Mai-8. Juni 2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 180px;\"><a href=\"http:\/\/www.reinisch-graz.com\/wp-content\/uploads\/O6A47871.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-5208\" alt=\"_O6A4787\" src=\"http:\/\/www.reinisch-graz.com\/wp-content\/uploads\/O6A47871-300x199.jpg\" width=\"300\" height=\"199\" \/><\/a>Die beiden urspr\u00fcnglich aus Kasachstan stammenden, jetzt in D\u00fcsseldorf lebenden und an der dortigen Akademie bei Herbert Brandl studierenden Zwillingsschwestern Irina und Marina Fabrizius besch\u00e4ftigen sich in ihrer Kunst mit einem der grunds\u00e4tzlichsten und \u00e4ltesten Topoi der Malerei \u2013 dem Licht. Nat\u00fcrliches Licht, abh\u00e4ngig von Jahres- und Tagezeiten sowie k\u00fcnstliches Licht, vom Kerzenlicht bis zum Monitorlicht, bestimmen grunds\u00e4tzlich die Darstellung der sichtbaren Welt. Licht ist somit die Basis des visuellen Wahrnehmens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 180px;\">Nordlicht, Sonnenunter- und aufgang, Morgenr\u00f6te, Blitze und diverse andere Wetter- bzw. Klimaerscheinungen zeichnen sich oft eindrucksvoll am Himmel ab. Das Firmament wird so zur gigantischen Projektionsfl\u00e4che, die das Schauspiel Natur begleitet bzw. es \u00fcberhaupt zu einem solchen werden l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 180px;\">Die Schwestern Fabrizius, die gemeinsam an ihren Bildern arbeiten, sind nicht so sehr interessiert an der Art und Weise, wie sich die Landschaft oder die Gegenst\u00e4nde in einer bestimmten Lichtsituation zeigen, sondern sie fokussieren auf das immaterielle Bild, das dem Licht selbst eigen ist. In unz\u00e4hligen Farbschichten erreichen sie einen Zustand im Bild, der scheinbar nicht mehr benennbar ist. Ob man Mark Rothkos spirituelle Farbr\u00e4ume oder die Mehrschichtlackierungen der amerikanischen \u201eLowrider\u201c vor Augen hat, fast immer ist es der immaterielle Farbraum, der sich in einer Form des Bildes manifestiert. Der direkte Einsatz von Licht, bspw. bei James Turrell oder Dan Flavin, ist zweifellos auch nat\u00fcrlichen Ursprungs, trotzdem entsteht aber der Eindruck der Projektion, des Bildes. Die technischen Bildmedien wie Computer, Video, Film und Foto haben den Prozess der Bildwerdung von Natur massiv unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 180px;\">Somit kann man heute zu dem Schluss kommen, dass die Welt zum Bild geworden ist und wir uns gleichsam in einem Zustand des Imaginativen bewegen, wenn wir von Natur sprechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 180px;\">Die \u00e4sthetische Einstellung richtet sich grunds\u00e4tzlich auf den sinnlich wahrnehmbaren Bereich der lebensweltlichen Wirklichkeit des Menschen, der ohne sein Zutun entstanden ist und entsteht. In der Konsequenz wird die Natur durch \u00c4sthetisierung zu einem St\u00fcck \u00e4u\u00dferer Welt, das so erscheint, als h\u00e4tte es nun die innere Artikuliertheit von Kunstwerken. Der sinnliche Zusammenhang der nat\u00fcrlichen Szene bzw. des nat\u00fcrlichen Objekts wird zu einem Sinngef\u00fcge neuer Art \u2013 wird zum bildsinnlichen Zeichen im Stil der Kunst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 180px;\">Dieser Transformationsvorgang von tats\u00e4chlicher Realit\u00e4t ins Bild wird im malerischen Werk der Schwestern Fabrizius eindrucksvoll sichtbar. Licht in nat\u00fcrlicher Form als Projektionsbild am Himmel ist dabei als Ausgangspunkt entscheidend. In der Ausschnitthaftigkeit und der scheinbar materiellen Unentschiedenheit zwischen Malerei und Fotografie entsteht das Bild, das pl\u00f6tzlich nur mehr eine Erinnerung an den urspr\u00fcnglichen Sinnzusammenhang der tats\u00e4chlichen Naturerscheinung ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 180px;\">Fabrizius\u00b2 scheinen uns mitteilen zu wollen, dass unser Naturverst\u00e4ndnis von der Vorstellung einer Bildrealit\u00e4t bestimmt ist und wir uns nicht zuletzt deswegen, auch die Natur als Bild zurichten. Damit wird sie erfassbar, kategorisierbar und als Lebens- und Erholungsraum erfahrbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: right; padding-left: 180px;\">G\u00fcnther Holler-Schuster<\/p>\n<p style=\"text-align: right; padding-left: 180px;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>6. Mai-8. 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